Ratgeber

KI-Suche für Online-Shops: So werden Sie in ChatGPT, Gemini, Claude und Perplexity sichtbar

Von Joffrey Petit, Gründer von ecomDNAI · Stand:

Ob ChatGPT, Gemini, Claude oder Perplexity Ihren Shop nennen, hängt zuerst davon ab, ob deren Such-Crawler Ihre Seiten lesen dürfen und können: OAI-SearchBot, Googlebot, Claude-SearchBot und PerplexityBot. Modelltraining und KI-Suche steuern Sie in der robots.txt getrennt. Danach zählen HTML, das ohne JavaScript lesbar ist, gepflegte Produktdaten und Inhalte mit direkten Antworten, konkreten Daten, Quellen, Autor und Datum. Eine Garantie, zitiert zu werden, gibt kein Anbieter.

Wie KI-Suchen ihre Quellen finden

Für aktuelle Antworten mit Quellenlinks greifen KI-Suchen auf einen Suchindex zurück, den ein Crawler vorher aufgebaut hat, oder rufen eine Seite live ab, wenn ein Nutzer danach fragt. Die Anbieter trennen ihre Bots deshalb nach Zweck.

AnbieterSuche und ZitateModelltrainingWichtig zu wissen
OpenAI (ChatGPT)OAI-SearchBotGPTBotChatGPT-User (Abruf auf Nutzerwunsch): robots.txt gilt laut OpenAI möglicherweise nicht
Google (AI Overviews, AI Mode, Gemini)Googlebot, normaler SuchindexToken Google-Extended (kein eigener Crawler)Google-Extended gilt auch für das Grounding in Gemini-Apps und Vertex AI, nicht für die Google-Suche
Anthropic (Claude)Claude-SearchBotClaudeBotClaude-User (Abruf auf Nutzerwunsch): beachtet laut Anthropic die robots.txt
PerplexityPerplexityBotkein Trainings-Crawler dokumentiertPerplexity-User (Abruf auf Nutzerwunsch) ignoriert die robots.txt in der Regel

Welche Indizes dahinter stehen: AI Overviews und AI Mode nutzen laut Google den normalen Suchindex. Eine Seite muss indexiert sein und mit Snippet erscheinen dürfen; weitere technische Anforderungen gibt es nicht. OpenAI, Anthropic und Perplexity beschreiben ihre eigenen Such-Crawler. Ob sie zusätzlich fremde Suchindizes nutzen, legen ihre Crawler-Dokumentationen nicht offen.

robots.txt: Training und Suche getrennt steuern

Sie können Ihre Inhalte vom Modelltraining ausschließen und trotzdem in KI-Suchen erscheinen; laut OpenAI ist jede Einstellung unabhängig. Wer dagegen OAI-SearchBot sperrt, erscheint nicht in den Antworten der ChatGPT-Suche, höchstens als einfacher Navigationslink. Änderungen greifen laut OpenAI und Perplexity nach etwa 24 Stunden.

  • Suche erlauben: OAI-SearchBot, Googlebot, Claude-SearchBot und PerplexityBot nicht sperren.
  • Training sperren (optional): Abschnitte „User-agent: GPTBot“, „User-agent: ClaudeBot“ und „User-agent: Google-Extended“, jeweils mit „Disallow: /“.
  • Subdomains: Jede braucht eine eigene robots.txt, betont Anthropic.
  • Firewall und CDN: Ein Bot-Schutz, der Crawler abweist, wirkt wie eine Sperre. OpenAI und Perplexity veröffentlichen IP-Listen ihrer Bots zum Freigeben. Sperren nach IP-Adresse hält Anthropic für unzuverlässig, weil die Bots dann die robots.txt nicht lesen können.

Zwei Fallen: Google-Extended ist kein reiner Trainingsschalter, sondern gilt laut Google auch für das Grounding in Gemini-Apps und der Vertex AI API. Die Google-Suche betrifft er nicht: Aus AI Overviews und AI Mode kommen Sie nur mit nosnippet, data-nosnippet, max-snippet oder noindex heraus, und die wirken auch auf die klassischen Ergebnisse. Außerdem halten sich Abrufe auf Nutzerwunsch laut OpenAI und Perplexity nicht unbedingt an die robots.txt; für Claude-User sagt Anthropic das Gegenteil.

Technische Grundlagen

HTML, das ohne JavaScript lesbar ist

Google rendert JavaScript, nennt serverseitiges Rendern oder Vorrendern aber weiterhin eine gute Idee, weil nicht alle Bots JavaScript ausführen können. OpenAI, Anthropic und Perplexity dokumentieren das für ihre Crawler nicht. Eine Messung von Vercel (Sekundärquelle, Dezember 2024) fand außer bei Googles Infrastruktur und Applebot kein JavaScript-Rendering durch die großen KI-Crawler. Produktname, Preis, Verfügbarkeit, Beschreibung und FAQ gehören deshalb ins ausgelieferte HTML.

Strukturierte Daten

Ein spezielles Schema für AI Overviews und AI Mode gibt es laut Google nicht; strukturierte Daten müssen aber zum sichtbaren Text passen. Für Shops empfiehlt Google Product (bei Varianten ProductGroup), Review, Organization mit Kontaktdaten und Rückgaberichtlinie sowie BreadcrumbList.

Produktdaten, Feeds und Sitemaps

Google zählt ein aktuelles Merchant Center und Unternehmensprofil zu den Grundlagen, die auch für die KI-Funktionen der Suche gelten. OpenAI veröffentlicht eine Spezifikation für Produkt-Feeds, mit denen Händler Produkte für Suche und Shopping in ChatGPT liefern; Pflicht sind unter anderem Titel, Beschreibung, Produkt-URL, Marke, Bild, Preis und Verfügbarkeit. Für Bing und Copilot rät Microsoft zu einer XML-Sitemap mit echtem Änderungsdatum (lastmod) und zu IndexNow. IndexNow-Meldungen gehen an alle teilnehmenden Suchmaschinen, garantieren aber keine Indexierung.

Inhalte, die zitiert werden

Keiner der Anbieter verlangt eine Sonderoptimierung für KI-Suchen. Google empfiehlt hilfreiche, verlässliche Inhalte und Autorenangaben, wo Leser sie erwarten. Microsoft rät für Zitate in Copilot zu klaren Überschriften, Tabellen und FAQ, zu Aussagen mit Daten und Quellen und zu regelmäßigen Aktualisierungen. Für Shops heißt das:

  • Direkte Antwort zuerst: Die Kernaussage steht im ersten Absatz, nicht nach einer langen Einleitung.
  • Konkrete Daten: Maße, Material, Kompatibilität, Lieferzeit und Rückgabe als Text oder Tabelle, nicht nur im Bild.
  • Belege: Prüfzeichen, Normen oder Testergebnisse mit Link auf die Originalquelle.
  • Autor und Datum: echter Autor und Datum der letzten inhaltlichen Prüfung. Daten nur zu ändern, damit Seiten frisch wirken, nennt Google ein Warnsignal.
  • Eigenes Wissen: Erfahrungen aus Kundenservice und Retouren oder eigene Vergleiche, die es anderswo nicht gibt.

Forschung (Sekundärquelle): Im Paper „GEO: Generative Engine Optimization“ (KDD 2024) brachten Quellenangaben, Zitate und Statistiken im Testaufbau der Autoren 30 bis 40 Prozent mehr Sichtbarkeit nach deren eigener Messgröße; Keyword-Stuffing half kaum. Das ist ein Laborergebnis, keine Zusage für echte KI-Suchen.

Erwähnungen auf anderen Seiten

KI-Antworten stützen sich selten auf eine einzige Seite. Google fächert Anfragen in AI Mode in mehrere verwandte Suchen über Unterthemen und Datenquellen auf, und Microsoft empfiehlt, Marken, Produkte und Begriffe in Text, Bild und Video einheitlich zu beschreiben. Daraus folgt eine Empfehlung, keine offizielle Ranking-Regel: Sorgen Sie für korrekte, einheitliche Erwähnungen dort, wo sich Ihre Kundschaft informiert, etwa in Fachmedien, Testberichten, Vergleichsportalen und auf Marktplätzen. Massenhaft gekaufte oder automatisch erzeugte Erwähnungen sind keine Abkürzung.

llms.txt ehrlich eingeordnet

Die llms.txt ist ein Vorschlag von Jeremy Howard vom 3. September 2024: eine Markdown-Datei, die Sprachmodellen die wichtigsten Seiten einer Website zusammenfasst. Sie ist kein offizieller Standard. Google schreibt ausdrücklich, dass für AI Overviews und AI Mode keine neuen maschinenlesbaren Dateien oder KI-Textdateien nötig sind, und die Crawler-Dokumentationen von OpenAI, Anthropic und Perplexity erwähnen sie nicht. Dass KI-Anbieter für ihre eigenen Entwicklerdokumentationen eine llms.txt anbieten, belegt nicht, dass ihre Suchen sie auswerten. Sie schadet nicht, gehört aber ans Ende der Liste, hinter lesbares HTML, eine korrekte robots.txt und gepflegte Produktdaten.

Sichtbarkeit in KI-Suchen messen

  • Google Search Console: Klicks und Impressionen aus AI Overviews und AI Mode zählen im Leistungsbericht zum Suchtyp „Web“, ohne eigene Auswertung.
  • Bing Webmaster Tools: Der Bericht AI Performance (öffentliche Vorschau seit 10. Februar 2026) zeigt Zitate in Microsoft Copilot, in KI-Zusammenfassungen in Bing und bei ausgewählten Partnern, je Seite und mit einer Stichprobe der Suchphrasen.
  • Webanalyse: Besuche erkennen Sie an verweisenden Domains wie chatgpt.com oder perplexity.ai. Nennungen ohne Klick sehen Sie dort nicht.
  • Server-Logs: Prüfen Sie die Abrufe der Such-Crawler und gleichen Sie IP-Adressen mit den veröffentlichten Listen ab, denn Bot-Namen lassen sich fälschen.
  • Stichproben: Stellen Sie regelmäßig dieselben Kauffragen in ChatGPT, Gemini, Claude und Perplexity. Antworten schwanken, werten Sie deshalb mehrere Durchläufe aus.

Checkliste

Zugang

  • Such-Crawler (OAI-SearchBot, Googlebot, Claude-SearchBot, PerplexityBot) nicht gesperrt
  • Trainings-Bots (GPTBot, ClaudeBot, Google-Extended) bewusst erlaubt oder gesperrt
  • robots.txt auf jeder Subdomain geprüft
  • Firewall und CDN lassen die Such-Crawler durch

Technik und Daten

  • Produktdaten, Preise und FAQ ohne JavaScript im HTML lesbar
  • strukturierte Daten passend zum sichtbaren Inhalt
  • Merchant Center aktuell, XML-Sitemap mit echtem lastmod, IndexNow eingerichtet
  • kein versehentliches nosnippet oder noindex

Inhalte und Messung

  • direkte Antwort im ersten Absatz
  • konkrete Daten und Quellen statt Werbesprache
  • Autor und Prüfdatum sichtbar
  • Search Console und Bing Webmaster Tools verbunden, feste Testfragen regelmäßig geprüft

Mit dem KI-Sichtbarkeits-Audit von ecomDNAI sehen Sie, ob ChatGPT, Claude und Gemini mit Websuche Ihre Marke nennen und Ihre Seiten zitieren, dazu einfügefertige Bausteine etwa für die robots.txt und strukturierte Daten. Das SEO-Audit prüft unter anderem den Zugriff für KI-Crawler, und die Keyword-Sichtbarkeit zeigt neben Google-Positionen, ob KI-Suchen Ihre Marke nennen.

Häufige Fragen

Muss ich GPTBot erlauben, um in ChatGPT zu erscheinen?

Nein. Für die ChatGPT-Suche ist OAI-SearchBot zuständig, GPTBot sammelt Inhalte für das Modelltraining. Laut OpenAI sind beide Einstellungen unabhängig voneinander.

Nehme ich meinen Shop mit Google-Extended aus den AI Overviews?

Nein. Google-Extended betrifft laut Google nicht die Google-Suche. AI Overviews und AI Mode steuern Sie nur über nosnippet, max-snippet oder noindex, und diese wirken auch auf die normalen Suchergebnisse.

Brauche ich eine llms.txt?

Nicht zwingend. Sie ist kein offizieller Standard, und Google sagt ausdrücklich, dass für AI Overviews und AI Mode keine KI-Textdateien nötig sind. Eine belegte Wirkung bei den großen Anbietern gibt es bisher nicht.

Wie schnell wirkt eine Änderung an der robots.txt?

OpenAI und Perplexity nennen etwa 24 Stunden. Bei Google müssen Seiten erneut gecrawlt werden; das URL-Prüftool der Search Console zeigt, welches HTML der Googlebot erhält.

Kann ich sicherstellen, dass ChatGPT meinen Shop empfiehlt?

Nein. Kein Anbieter sagt Zitate oder Platzierungen zu, und Antworten schwanken. Sie können die Voraussetzungen schaffen: Zugang für die Such-Crawler, lesbare Seiten, gepflegte Produktdaten und belegte Inhalte.

Quellen