Ratgeber

Google-Ads-Anzeigentexte schreiben: Responsive Suchanzeigen (RSA) 2026 mit Limits, Richtlinien und Checkliste

Von Joffrey Petit, Gründer von ecomDNAI · Stand:

Eine Responsive Suchanzeige in Google Ads besteht aus 3 bis 15 Anzeigentiteln mit je höchstens 30 Zeichen, 2 bis 4 Beschreibungen mit je höchstens 90 Zeichen und zwei optionalen Pfaden mit je 15 Zeichen. Google kombiniert diese Bausteine selbst und zeigt bis zu drei Titel gleichzeitig. Schreiben Sie deshalb jeden Titel so, dass er allein verständlich ist, pinnen Sie nur, wenn es sein muss, und ergänzen Sie mindestens sechs Sitelinks sowie Callouts und Snippets.

Die Eckdaten auf einen Blick

ElementAnzahlZeichen je EintragHinweis
Anzeigentitel3 bis 1530bis zu drei gleichzeitig sichtbar
Beschreibungen2 bis 490Beschreibung 2 nicht immer sichtbar
Pfade (Anzeige-URL)2, optionalje 15Pfad 2 nur mit Pfad 1
Sitelinksmindestens 2, empfohlen 6Linktext 25, zwei Beschreibungszeilen je 35bis zu 6 am Computer, 8 mobil
Calloutskeine Mindestzahl25bis zu 10 sichtbar
Snippets3 bis 10 Werte, empfohlen 425 je Wertam Computer bis zu 2 Überschriften, mobil 1

In Chinesisch, Japanisch und Koreanisch zählt jedes Zeichen doppelt. Die Grenzen für Sitelink-Beschreibungen und Snippet-Werte nennt Google nicht in der Hilfe, sondern in der Referenz der Google Ads API.

So setzt Google die Anzeige zusammen

Google wählt bei jeder Auslieferung mindestens einen Titel und eine Beschreibung in wechselnder Reihenfolge und lernt, welche Kombination bei welcher Suchanfrage wirkt. Titel 1 und Beschreibung 1 erscheinen meist, Titel 2, Titel 3 und Beschreibung 2 nicht garantiert. Außerdem kann Google passende Wörter fett setzen, Texte mit Auslassungspunkten kürzen, Titeltext an den Anfang einer Beschreibung stellen und ungenutzte Titel und Beschreibungen als Links ausspielen („Enhanced Flexibility“). Daraus folgt die wichtigste Regel: Jeder Titel muss allein und in jeder Reihenfolge Sinn ergeben.

Titel, Beschreibungen und Pfade schreiben

  • Viele, verschiedene Titel: Nutzen Sie möglichst alle 15 Titel und 4 Beschreibungen, ohne Wörter, Wendungen oder Ideen zu wiederholen.
  • Keyword komplett in einen Titel: Nur dann zählt es für die Anzeigeneffektivität. Ist es länger als 30 Zeichen, gehört es in eine Beschreibung.
  • Rollen verteilen: Produkt, Nutzen, Angebot, Vertrauen (Versand, Rückgabe), Marke und eine konkrete Handlungsaufforderung.
  • Konkret bleiben: Google lehnt zu allgemeine Texte, vage Werbeaussagen, Aufzählungen und Aufrufe wie „hier klicken“ ab.
  • Nur echte Angebote: Was die Anzeige verspricht, muss auf der Zielseite leicht zu finden sein.

Pfade: Die Anzeige-URL besteht aus der Domain der finalen URL und bis zu zwei Pfaden, etwa beispiel.de/Espresso/Bohnen. Die Pfade müssen nicht der echten URL entsprechen, sollen aber ankündigen, was auf der Zielseite wartet. Google zeigt sie nicht in jedem Fall an.

Anpinnen: nur wenn es sein muss

Inhalte, die auf Titel 1, Titel 2 oder Beschreibung 1 angepinnt sind, erscheinen immer; auf Titel 3 oder Beschreibung 2 ist das nicht garantiert. Jede angepinnte Position verringert die möglichen Kombinationen. Google rät den meisten Werbetreibenden davon ab, und die Anzeigeneffektivität kann sinken. Pinnen Sie nur, was an eine feste Stelle muss, etwa einen Pflichthinweis, und dann zwei oder drei klar unterschiedliche Varianten je Position. Sind alle Positionen angepinnt, erscheinen nicht angepinnte Assets gar nicht mehr.

Anzeigeneffektivität richtig lesen

Die Anzeigeneffektivität hat fünf Stufen: Unvollständig, Schlecht, Durchschnittlich, Gut und Sehr gut. Sie misst vor allem, wie gut die Texte zu den Keywords der Anzeigengruppe passen, wie viele unterschiedliche Kombinationen möglich sind und ob genügend Sitelinks vorhanden sind; Zielseite und Angebot bewertet sie nicht. Laut Google fließt sie nicht in Anzeigenrang, Qualitätsfaktor oder Auktion ein. Nach Google-eigenen Daten aus dem August 2025 erzielen Werbetreibende, die von „Schlecht“ auf „Sehr gut“ verbessern, im Schnitt rund 15 Prozent mehr Conversions. Google empfiehlt mindestens zwei Responsive Suchanzeigen je Anzeigengruppe mit „Gut“ oder „Sehr gut“.

Sitelinks, Callouts und Snippets

Assets kosten selbst nichts, Sie zahlen wie gewohnt für Klicks. Sie lassen sich auf Konto-, Kampagnen- oder Anzeigengruppenebene anlegen. Google kann dynamische Varianten neben oder statt Ihrer eigenen zeigen; unerwünschte pausieren oder entfernen Sie.

  • Sitelinks: Linktext bis 25 Zeichen, zwei Beschreibungszeilen mit je bis 35 Zeichen, die nur gemeinsam gesetzt werden. Mindestens zwei, damit sie erscheinen; Google empfiehlt sechs oder mehr mit Beschreibungen. Kein Linktext doppelt, Ziele auf der Domain der finalen URL, keine Blickfänger wie Ausrufezeichen oder Pfeilsymbole.
  • Callouts: bis 25 Zeichen, bis zu 10 sichtbar. Kurz und konkret: „Kostenloser Versand“ statt „Wir bieten kostenlosen Versand“. Ein Callout auf Anzeigengruppenebene blendet die Callouts höherer Ebenen für diese Gruppe aus.
  • Snippets: eine Überschrift aus einer festen Liste, für Shops etwa „Marken“, „Modelle“, „Stile“ oder „Typen“, und 3 bis 10 Werte mit je bis 25 Zeichen. Überschrift und Werte müssen zusammenpassen; ein Widerspruch ist laut Google der häufigste Ablehnungsgrund.

Redaktionelle Richtlinien: was Google ablehnt

Die redaktionellen Anforderungen gelten für Anzeigentexte und Assets. Vor einer Kontosperrung wegen solcher Verstöße warnt Google mindestens sieben Tage vorher.

RegelNicht erlaubtAusnahme oder Alternative
Großschreibungeffekthascherisch wie BLUMEN oder BlUmEnAbkürzungen, Gutscheincodes, Marken (Überprüfung beantragen)
Satzzeichen und Symbole„Blumen!!“, Ziffern statt Buchstaben, Schmuck-Sternchen, Emojis, B.L.U.M.E.N.Sternchen für Hotelsterne oder Pflichtbedingungen
Wiederholungdieselben Wörter oder Wendungen mehrfach, auch über Assets derselben Anzeigengruppe, Kampagne oder desselben Kontos hinwegkeine genannt
TelefonnummerTelefonnummer im AnzeigentextAnruf-Assets oder Nur-Anrufanzeigen
Stil und RechtschreibungFehler, unverständlicher, zu allgemeiner oder abgeschnittener Texteigene Schreibweise von Marken nach Überprüfung

Ausrufezeichen: Ein einzelnes verbietet die aktuelle Richtlinie nicht ausdrücklich, wiederholte und zwecklose Satzzeichen schon. Bei Sitelinks nennt Google Ausrufezeichen aber ausdrücklich, und ältere Fassungen der Regeln schlossen sie im Titel aus. Sicher ist: keine in Titeln und Assets, höchstens eines in einer Beschreibung.

Superlative: Einen eigenen Abschnitt dazu gibt es nicht. Die Richtlinie zu falscher Darstellung verbietet aber unzutreffende Behauptungen, Angebote, die auf der Zielseite schwer zu finden sind, und Widersprüche zwischen Anzeige und Zielseite. Schreiben Sie „Nr. 1“ oder „günstigster Preis“ nur, wenn die Zielseite es mit Quelle und Datum belegt.

Marken in Anzeigentexten

Die Markenrichtlinie greift, wenn sich ein Markeninhaber beschwert hat und die Marke im Anzeigentext steht; Marken als Keywords schränkt Google nicht ein. Händler dürfen eine eingeschränkte Marke trotzdem nennen, wenn die Zielseite vor allem diese Produkte, Ersatzteile oder kompatible Produkte mit Preis und Kaufmöglichkeit anbietet; dasselbe gilt für Informationsseiten. Nicht erlaubt sind die Nutzung durch direkte Wettbewerber und jede irreführende Verwendung.

Textanpassung und AI Max

Die früheren „automatisch erstellten Assets“ heißen seit Mai 2025 Textanpassung und gehören zu AI Max für Suchkampagnen. Google erzeugt damit zusätzliche Titel und Beschreibungen aus Domain, Zielseite, vorhandenen Anzeigen und Keywords, teils mit generativer KI, und spielt sie nur aus, wenn sie voraussichtlich besser abschneiden als Ihre eigenen. Die Spalte „Hinzugefügt von“ zeigt, was von Google stammt; einzelne Assets können Sie endgültig entfernen. Schalten Sie die Textanpassung in den Kampagneneinstellungen ab, endet auch die Erweiterung der finalen URL. Google hat angekündigt, Kampagnen mit Textanpassung ab September 2026 automatisch auf AI Max umzustellen.

Markenvorgaben setzen Sie mit den Textrichtlinien, laut Google-Hilfe weiterhin eine Beta (Stand Oktober 2026): bis zu 25 ausgeschlossene Begriffe und 40 Vorgaben zur Botschaft je Kampagne. Ausgeschlossene Begriffe gelten nur in ihrer Sprache.

Beispiel: Anzeige für einen Kaffee-Shop

Das Beispiel ist ausgedacht: Die „Beispielrösterei“ gibt es nicht, und jedes Angebot müsste auf der echten Zielseite stimmen. Kein Callout wiederholt einen Anzeigentext, nichts ist angepinnt.

BausteinBeispieltextZeichen
Titel 1 (Keyword)Espressobohnen online kaufen28
Titel 2 (Nutzen)Frisch geröstet jede Woche26
Titel 3 (Angebot)Versandkostenfrei ab 30 €25
Titel 4 (Auswahl)Über 40 Sorten im Sortiment27
Titel 5 (Variante)Ganze Bohne oder gemahlen25
Titel 6 (Marke)Beispielrösterei16
Beschreibung 1Espresso aus eigener Röstung. Wählen Sie Sorte, Mahlgrad und Packungsgröße online.82
Beschreibung 2Das Röstdatum steht auf jeder Packung. Erhältlich in 250 g, 500 g und 1 kg.75
PfadeEspresso / Bohnen8 und 6
CalloutsVersand am selben Werktag; 30 Tage Rückgabe; Kauf auf Rechnung25, 16, 17
Snippet (Typen)Crema, Filterkaffee, Entkoffeiniert, Cold Brewje höchstens 14

Checkliste vor dem Veröffentlichen

Texte, Assets und Richtlinien

  • möglichst 15 Titel bis 30 Zeichen, jeder für sich verständlich
  • 4 Beschreibungen bis 90 Zeichen, Haupt-Keyword vollständig in einem Titel
  • beide Pfade gesetzt, Anpinnen nur wo nötig
  • zwei Responsive Suchanzeigen je Anzeigengruppe mit „Gut“ oder „Sehr gut“
  • mindestens 6 Sitelinks mit Beschreibungen, dazu Callouts und Snippets
  • keine Großbuchstaben-Wörter, doppelten Satzzeichen, Emojis oder Telefonnummern
  • jedes Angebot und jeder Superlativ auf der Zielseite belegt
  • bei Textanpassung die Spalte „Hinzugefügt von“ prüfen

Der SEA Ad Generator von ecomDNAI schreibt aus Website-URL und Ziel-Keywords Suchanzeigen mit Titeln bis 30 und Beschreibungen bis 90 Zeichen, in mehreren Varianten und Sprachen, und exportiert sie als CSV für den Google Ads Editor oder überträgt sie in ein verbundenes Konto. Bestehende Konten analysiert der SEA Optimizer, unter anderem mit einem Anzeigentext-Doktor. Ob ein Angebot stimmt, prüfen Sie weiterhin selbst.

Häufige Fragen

Wie viele Zeichen hat ein Anzeigentitel in Google Ads?

Höchstens 30 Zeichen. Beschreibungen haben höchstens 90 Zeichen, die beiden Pfade je 15.

Wie viele Anzeigentitel braucht eine Responsive Suchanzeige?

Mindestens 3, höchstens 15. Google empfiehlt möglichst viele unterschiedliche Titel; gleichzeitig erscheinen bis zu drei.

Beeinflusst die Anzeigeneffektivität den Qualitätsfaktor?

Nein. Laut Google fließt sie weder in den Anzeigenrang noch in den Qualitätsfaktor ein. Sie zeigt, wie gut Texte und Keywords zusammenpassen und wie viele Kombinationen möglich sind.

Darf ich Ausrufezeichen verwenden?

Wiederholte und rein aufmerksamkeitsheischende Satzzeichen sind verboten, bei Sitelinks auch Ausrufezeichen. Sicher ist: keine in Titeln und Assets, höchstens eines in einer Beschreibung.

Kann ich die von Google erzeugten Texte abschalten?

Ja. Die Textanpassung schalten Sie in den Kampagneneinstellungen unter AI Max ab; einzelne erzeugte Assets können Sie auch dauerhaft entfernen.

Quellen