Ratgeber

Amazon A+ Content erstellen: Basic und Premium, Bildmaße, Regeln und Checkliste (Stand Oktober 2026)

Von Joffrey Petit, Gründer von ecomDNAI · Stand:

Amazon A+ Content (in Seller Central „Inhalte für A+“) ersetzt die einfache Produktbeschreibung durch Bild- und Textmodule. Nutzen dürfen ihn Professional-Verkäufer mit Markenrolle in der Amazon Brand Registry; Basic A+ erlaubt bis zu fünf Module je Seite, Premium A+ bis zu sieben, zusätzlich mit Video, Hotspots und Karussells. Preise, Garantien, Kundenzitate, Links und Kontaktdaten sind verboten, und die Prüfung dauert bis zu sieben Werktage.

Basic A+, Premium A+ und Markengeschichte auf einen Blick

Amazon unterscheidet drei Arten: Basic A+ (erweiterte Produktbeschreibung), Premium A+ (größere Bilder, Video, interaktive Elemente) und die A+-Markengeschichte, die zusätzlich im Abschnitt „Von der Marke“ erscheint. Basic und Premium stehen im Abschnitt „Produktbeschreibung“ und blenden die bisherige Klartext-Beschreibung aus.

Basic A+Premium A+
Module je Seitebis zu fünfbis zu sieben
Auswahl an Modultypen1419
Volle Bildbreite970 px1464 px (Desktop)
Video, Hotspots, Karussell, Fragen und Antwortenneinja
ZugangMarkenvertreter oder Wiederverkäufer in der Brand Registry; generische ASINs seit Januar 2024nur Marken, die Amazons Kriterien erfüllen (siehe unten)
Kostenkeine Gebührim laufenden Aktionszeitraum ohne Gebühr
Umsatzwirkung laut Amazonbis zu 8 Prozentbis zu 20 Prozent bei guter Umsetzung

Die Markengeschichte ist ein eigenes Modul mit bis zu 19 Karten im Karussell, darf auf Ihre Produkte und den Brand Store verlinken und ergänzt Basic oder Premium.

Wer A+ Content nutzen darf

  • Verkäufer: ein Professional-Verkäuferkonto und die Rolle Markenvertreter oder Wiederverkäufer für die Marke der ASIN in der Amazon Brand Registry. Fehlt die Rolle, vergibt sie der Administrator der Marke.
  • Generische Produkte: Seit Januar 2024 erhalten generische ASINs im Katalog von Professional-Verkäufern Zugang, aber nur zu Basic A+.
  • Vendoren: Inhalte von Amazon-Lieferanten erscheinen unter „Produktbeschreibung des Herstellers“ und haben Vorrang. Liegt solcher Inhalt auf einer ASIN, können Verkäufer dort keinen A+ Content hinzufügen.
  • Nicht unterstützt: Bücher, Musik, Video und DVD (BMVD) über Seller Central.

Voraussetzungen für Premium A+

Laut Seller-Central-Hilfe (Stand Oktober 2026) sind Sie berechtigt, wenn alle Ihre ASINs eine veröffentlichte Markengeschichte haben und Sie in den letzten 12 Monaten mindestens fünf A+-Projekte genehmigt und veröffentlicht haben. Amazon prüft die Berechtigung wöchentlich und zeigt danach ein Banner im A+-Inhaltsmanager; einen Antrag gibt es nicht. Wer die Kriterien in einem Land erfüllt, erhält Premium weltweit. Premium ist im Aktionszeitraum gebührenfrei; eine spätere Gebühr fiele laut Amazon nur mit Ihrer Zustimmung an.

Bildmaße je Modul

Mindestmaße laut Amazons Entwicklerdokumentation zur A+-Schnittstelle; größere Bilder verkleinert der A+-Inhaltsmanager auf das Vorlagenmaß.

ModulArtMindestmaß Bild
Kopfzeilenbild mit TextBasic970 × 600 px
Bild mit TextüberlagerungBasic970 × 300 px
FirmenlogoBasic600 × 180 px
Einzelbild mit Text, drei Bilder mit Text, Einzelbild mit HighlightsBasic300 × 300 px
Bild mit SeitenleisteBasicHauptbild 300 × 400 px, Seitenleiste 300 × 175 px
Vier Bilder mit TextBasic220 × 200 px
Vier Bilder im QuadrantenBasic135 × 135 px
Vergleichstabelle (bis zu sechs Produkte)Basic150 × 300 px je Produkt
Vollbild, Bildkarussell, Hotspot-BildPremiumDesktop 1464 × 600 px, mobil 600 × 450 px
Bild mit Text, Video mit Text (Vorschaubild)Premium800 × 600 px
Zwei Bilder mit TextPremium650 × 350 px
Vier Spalten, Vergleich mit drei SpaltenPremium300 × 225 px

Für alle Bilder gilt laut A+-Richtlinien: JPG, BMP oder PNG im RGB-Farbraum (kein CMYK), unter 2 MB je Datei, mindestens 72 dpi, keine animierten GIFs, keine Wasserzeichen und kein Text, der auf dem Smartphone unlesbar ist. Bilder sollen nur für A+ entstehen und nicht die Galeriebilder wiederholen.

Textlängen und Formatierung

  • Textmodul: Überschrift höchstens 160 Zeichen, Fließtext höchstens 5000 Zeichen.
  • Drei oder vier Bilder mit Text: je Block Überschrift bis 160, Text bis 1000 Zeichen.
  • Technische Daten: vier bis 16 Merkmale, Name bis 30, Wert bis 500 Zeichen.
  • Alternativtext: Pflicht, höchstens 100 Zeichen, ein beschreibender Satz für Screenreader.
  • Premium: Bild mit Text bis 500 Zeichen Fließtext, Textmodul bis 5000 Zeichen, Karussell mit zwei bis sechs Karten, Hotspot-Bild mit zwei bis sechs Punkten, Schaltflächentext höchstens 12 Zeichen.

Außerdem gilt: keine HTML-Tags, Zahlen unter 10 ausschreiben, keine Großbuchstabenketten, Fett und Kursiv sparsam, keine Rechtschreibfehler, nur die gewählte Sprache und ein einziges Markenlogo.

Was in A+ Content verboten ist

  • Preise und Werbung: keine Preise, Rabatte oder Aktionen, keine Wörter wie „preiswert“, „billig“, „kostenlos“ und keine Kaufaufforderungen wie „jetzt kaufen“.
  • Garantien: keine Garantie- oder Gewährleistungsangaben und keine Rückgaberegeln außerhalb von Amazon. Ebenso verboten sind Zufriedenheitsversprechen wie „100% Zufriedenheit garantiert“.
  • Kundenbewertungen: keine Zitate von Kunden oder Privatpersonen. Erlaubt sind höchstens vier Zitate aus bekannten Medien oder von Personen des öffentlichen Lebens, mit Autor, Datum und Titel.
  • Links und Kontakt: keine Hyperlinks, keine Verweise auf andere Seiten innerhalb oder außerhalb von Amazon, keine QR-Codes, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen, kein eigener Kundenservice und keine Versandangaben wie „kostenloser Versand“.
  • Wettbewerber: keine Namen oder Vergleiche, auch nicht als „andere Anbieter“. Vergleichstabellen nur mit Produkten der eigenen Marke; Vergleiche von Kategorien (etwa LED gegen Halogen) sind erlaubt.
  • Zeitbezug: keine Wörter wie „neu“, „jetzt“ oder „das neueste Produkt“ und keine Feiertage. In der Markengeschichte ist das erlaubt.
  • Aussagen: keine Superlative wie „Nr. 1“ oder „meistverkauft“. Auszeichnungen nur mit Organisation und Datum, höchstens zwei Jahre alt; Prüf- und Zertifikatsaussagen nur mit Nachweis und Jahr. Verboten sind „umweltschonend“, „biologisch abbaubar“, „kompostierbar“ und Heilversprechen.
  • Symbole: ™, ® und © nur auf Verpackung oder Logo, nie im Text; keine Nachahmung von Amazon-Logos oder Seitenüberschriften.

KI-Bilder und KI-Personen

Zeigt ein Bild fotorealistische, vollständig KI-generierte Personen, muss es vor dem Hochladen gekennzeichnet sein: mit dem Schlüsselwort contains-synthetic-performer im Feld dc:subject (XMP) oder über die Auswahl „KI-generierte Personen“ beim Hochladen in die Creative Assets. Amazon blendet dann einen Hinweis ein. Echte, nur bearbeitete Personen werden nicht gekennzeichnet. Auch für Inhalte aus Amazons eigener KI-Funktion (Module mit „AI Ready“) bleiben Sie verantwortlich.

Prüfung und typische Ablehnungsgründe

Amazon prüft automatisch und von Hand, und zwar bis zu sieben Werktage, in der Feiertagssaison länger; Eilanträge gibt es nicht. Nach der Freigabe kann es bis zu 24 Stunden dauern, bis der Inhalt sichtbar ist. Bis zu 20 Einreichungen können gleichzeitig in Prüfung sein. Wird eine überarbeitete Fassung eingereicht, bleibt die alte online, bis die neue freigegeben ist.

  1. Verbotene Wörter im Text, im Alternativtext oder im Bild: Das System lässt die Einreichung erst zu, wenn sie entfernt sind.
  2. Unscharfe oder zu kleine Bilder, zu viel Leerraum, unlesbarer Text auf dem Smartphone.
  3. Preise, Aktionen, Garantien, Kontaktdaten oder Superlative ohne Nachweis.
  4. Alternativtext, der das Bild nicht beschreibt.
  5. ASIN nicht als Teil Ihrer Marke erkannt, meist wegen eines abweichenden Markennamens (Groß- und Kleinschreibung, Leerzeichen, Bindestriche) oder einer falschen GTIN.

Den Ablehnungsgrund sehen Sie, wenn Sie das Projekt im A+-Inhaltsmanager öffnen. Amazon bewertet A+ Content inzwischen zusätzlich nach Lesbarkeit, Vollständigkeit und Gestaltung; schwache Inhalte können auf der Detailseite eingeklappt angezeigt werden. Empfehlungen dazu stehen im Reiter „Content quality analysis“.

Was A+ Content laut Amazon bringt

Amazon nennt auf Basis interner Daten bis zu 8 Prozent mehr Umsatz für Basic A+ und bis zu 20 Prozent für gut umgesetztes Premium A+, dazu weniger negative Bewertungen und Retouren. Das sind Amazons eigene Zahlen; prüfen lässt sich die Wirkung mit „Experimente verwalten“ (Manage Your Experiments, A/B-Test, bis zu 500 ASINs je Experiment).

Schritt für Schritt zum A+ Content

  1. Zugang prüfen: Rolle in der Brand Registry, Markenname und GTIN der ASINs korrekt.
  2. Inhalt planen: Kundenfragen beantworten, die Klartext-Beschreibung übernehmen, eigene Bilder in den Mindestmaßen vorbereiten.
  3. Projekt anlegen: In Seller Central unter Werbung (in manchen Konten Lagerbestand) den A+-Inhaltsmanager öffnen, „Inhalte für A+ erstellen“ wählen, Name, Sprache und Module festlegen und als Entwurf speichern.
  4. Texte und Alternativtexte einfügen, dann die Vorschau auf Desktop und Mobil prüfen.
  5. ASINs zuordnen: möglichst die ganze ASIN-Familie. Für mehr als 1000 ASINs ist der Massen-Upload Pflicht, er erlaubt bis zu 500.000.
  6. Einreichen und den Status verfolgen; bei Ablehnung den Grund lesen, korrigieren, neu einreichen.
  7. Weitere Sprachen: Sprachvarianten anlegen. A+ erscheint nur auf der Seite in der veröffentlichten Sprache; Amazon kann auch automatisch übersetzen.

Checkliste vor dem Einreichen

Aufbau und Bilder

  • Markenrolle vorhanden, Markengeschichte auf allen ASINs (Pflicht für Premium)
  • Basic höchstens fünf, Premium höchstens sieben Module, nicht gemischt
  • Mindestmaß je Modul, RGB, unter 2 MB, keine Galeriebilder
  • Alternativtext je Bild, KI-Personen gekennzeichnet

Texte

  • keine Preise, Aktionen, Garantien, Versandangaben
  • keine Kundenzitate, keine Links, keine Kontaktdaten, keine QR-Codes
  • keine Wettbewerber, keine Superlative, kein „neu“ oder „jetzt“
  • Auszeichnungen mit Organisation und Datum, höchstens zwei Jahre alt
  • keine HTML-Tags, keine Großbuchstabenketten, Zahlen unter 10 ausgeschrieben

Wo KI hilft

KI spart Zeit bei festen Textlängen, Bildformaten und dem Abgleich mit den Verboten, ersetzt aber nicht Amazons Freigabe. Mit dem Modul Amazon A+ von ecomDNAI entstehen aus ASIN, Produkt-URL, Datenfeed oder Wissensdatenbank die A+ und Premium-Module samt Bildern; eine Prüfung markiert Formulierungen, die gegen Amazons Richtlinien verstoßen, und der Export liefert ein ZIP mit Bildern in den Modulgrößen. Hochladen und einreichen müssen Sie selbst in Seller Central.

Häufige Fragen

Kostet Amazon A+ Content etwas?

Basic A+ und die Markengeschichte sind gebührenfrei. Premium A+ ist im laufenden Aktionszeitraum ebenfalls ohne Gebühr; eine spätere Gebühr fällt laut Amazon nur mit Ihrer Zustimmung an.

Wie viele Module darf eine A+-Seite haben?

Basic A+ bis zu fünf, Premium A+ bis zu sieben. Basic- und Premium-Module lassen sich nicht in einem Inhalt mischen. Die Markengeschichte ist ein eigenes Modul mit bis zu 19 Karten.

Wie lange dauert die Prüfung?

Bis zu sieben Werktage, in der Feiertagssaison länger. Nach der Freigabe kann es bis zu 24 Stunden dauern, bis der Inhalt auf der Detailseite erscheint.

Darf ich Kundenbewertungen in A+ zeigen?

Nein. Zitate von Kunden oder Privatpersonen sind verboten. Erlaubt sind höchstens vier Zitate aus bekannten Medien oder von Personen des öffentlichen Lebens, jeweils mit Autor, Datum und Titel.

Darf ich KI-Bilder für A+ verwenden?

Ja, wenn sie den Richtlinien entsprechen. Fotorealistische, vollständig KI-generierte Personen müssen Sie vor dem Hochladen kennzeichnen, per Metadaten (contains-synthetic-performer) oder über die Auswahl beim Hochladen.

Quellen